Beelitz Heilstätten – Frauenklinik

[singlepic id=1820 w=320 h=240 float=left]Am Sonntag den 03. Juni 2012 fuhr ich mit Maria, eine Fotofreundin,  nach Beelitz Heilstätten. Dort haben wir an einer  Fototour, von go2know, an geheimen Orten in Berlin und Umgebung teilgenommen. Um 12.00 Uhr trafen wir uns mit anderen Fotografen am Bahnhof Beelitzer Heilstätten. Von dort aus startete unsere 5 stündige Fototour durch drei Gebäude, das Frauensanatorium, die Waschküche und die Kochküche.

Zu Beginn gab es eine kurze Einweisung und Sicherheitshinweisen, da die Gebäude leider schon sehr heruntergekommen – verfallen sind, was ich sehr schade finde den von außen sehen sie wunderschön aus.

Die Organisation von go2know war echt gut, es wurde sogar an Sitzmöglichkeiten und Getränke gedacht, falls man eine Pause einlegen mochte aber das hat wohl niemand so wirklich genutzt und das lag bestimmt nicht an den Dauerregen, der kurz nach Beginn der Tour angefangen hatte.

Die Beelitzer Heilstätten wurden zur  Bekämpfung der Tuberkulose errichtet. Hier wurden in der frischen Luft der tiefen Kiefernwälder bis zu 1400 Patienten mit modernster Technik und unglaublichem Luxus behandelt. Die Auflagen für den Bau und Betrieb der Heilstätten waren sehr streng.  Auf dem gesamten, 140ha großen Gelände bestand eine strikte Geschlechtertrennung.  Wer sich von den Patienten nicht daran hielt verlor seinen Krankenhausplatz und im schlimmsten Fall sogar seine Krankenversicherung und seinen  Job. Aber auch das Personal musste sich an die Geschlechtertrennung  halten, so wurde das Heizhaus z.B. auf der nördlichen Seite, dem Gelände wo die Männer untergebracht waren errichtet, während das Waschküchengebäude auf der südlichen Seite der Frauen stand bzw. steht.

Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt damit man sich nicht auf den Füssen bzw. im Wege stand.

Wir starteten im Frauensanatoriums, den ältesten Bereich, der 1902 in Betrieb genommen. Im Lüftungsflur endstanden meine ersten Bilder, hier hatte mich das Treppenhaus fasziniert und ich warf einen Blick in die ehemalige Kleider-Reinigung. Die Hälfte des langen Korridors, mit seiner gewölbten Decke und den schönen Bodenfliesen,  lichtete ich dann in Richtung Speise-Saals ab.

Den Korridor rechte Hand entlang kam ich zu einer Windgeschützten offenen Halle, die in den Garten führte, wo früher die Patienten sicherlich einen schönen Blick in den Garten hatten. Anschließend noch ein paar Bilder vom Flur und dann ging es Richtung Speise-Saal, vorher noch ein Blick vom Eingang der Windgeschützte offene Halle Richtung Korridor und dann in den großen Speise-Saal mit seinen großen mit Bretter verschlagenen Fenstern. Von der Decke hin ein Tuch herunter und an den Wänden waren teilweise kleine Graffitis. Im Anschluss befanden sie noch ein Tagesraum und ein Blick von der Anrichteküche, wovon nichts weiter zu erkennen war, außer der Tür mit den zwei kleinen Ausgabefenstern. Durchs Treppenhaus, was auch einen besonderen Charme hatte,  ging es über breite Treppen nach oben, bis unter das Dach.

Ein Blick auf die Uhr und ich musste feststellen dass es schon 13.30 Uhr war und ich erst durch das erste Gebäude durch war. Für Pause also keine Zeit, ein kleiner Schluck zu trinken musste reichen.

Auf ging es durch den regen zum Gebäude wo sich die Kochküche befand. Unser erster Anlaufpunkt war der Große Raum der Kochküche wovon kaum noch was zu erkennen ist. Dort standen jetzt ein Metallenes Bettgestell und eine Nebelmaschine um etwas Atmosphären zu schaffen. Ein Blick vom Anrichte-Raum zur Speisen-Ausgabe von wo aus wir das Gebäude betraten. In der Kochküche gab es aber auch noch ein paar schöne Graffitis an den Wänden. Weiterhinten befand sich die Speisekammer,  die dunkle Fleisch-Kühl-Kammer, wo von den Wänden das Wasser herunter tropfte. Mit Handy-Licht und Taschenlampe haben wir die Kammer ein wenig erhellt und konnten sie so auch mit ablichten.

Unterm Dach gab es einen schönen Dachboden und ein kleiner Blick nach draußen, wo es ununterbrochen regnete.

Nun zog es uns in den Keller und die Gefahrenstellen wurden kleine elektronische Kerzen gestellt damit keiner in ein Loch fällt. Ein Bund Beleuchter Gang führte unterirdisch zum Heizungskeller. In einem weiteren Kellerraum befand sich ein alter Zahnarztstuhl der beleuchtet wurde und wo auch wieder eine Nebelmaschine stand.  Hier versuchten wir uns ein weites Mal, wobei es gar nicht so einfach war das passende Bild zu machen, zumal wir unter Zeitdruck standen.

Ein alter Sicherungskasten erweckte dann nochmal  meine Aufmerksamkeit, wo ich dann feststelle das das Team schon abbaute und Maria und ich scheinbar die letzten waren, die noch fotografierten.

Auf dem Weg zum Auto bei strömendem Regen, machten wir noch schnell, ein paar Aufnahmen von draußen.

Leider schafften wir es nur durch zwei Gebäude, es waren zu viele schöne Motive und wir waren einfach überwältig von der Vielfalt. Das nächste Mal wissen wir, was auf uns zu kommt und wir müssen uns dann genauer die Motive aussuchen.

Wir haben also die 5 Stunden voll ausgenutzt und die Zeit verging wie im Fluge und da wir während der Tour keine Zeit für eine Pause hatten, sind wir anschließend im Gasthaus zum Pförtnerhaus noch eingekehrt und haben uns ein leckeres Schnitzel mit Spargel verspeist.

Anschließend traten wir den Heimweg an und ich traf dann glücklich aber geschafft um 20.10 Uhr zu Hause ein.

Ein dickes Dankeschön auch noch mal an Thilo Wiebers und Arnas Diemann von go2know für die schöne Tour und die Tipps, wir werden uns bestimmt bald wieder sehen. 😉

Die meisten Bilder sind in HDR gefertigt, daher sind sie recht ausdruckstark.

[nggallery id=36]

 

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: