“Geheime Orte” – Schlossbauhütte Spandau

Das Berliner Stadtschloss wird in Spandau gebaut!

 

[singlepic id=1480 w=320 h=240 float=left]Im Rahmen der Reihe “Geheime Orte” lud der Spandauer SPD Abgeordneter Daniel Buchholz  für Dienstag, den 15. Mai zu einer  Besichtigung der Spandauer Schlossbauhütte ein. Micha war so nett und kümmerte sich um die Anmeldung, da diese Führung nur für eine begrenzte Anzahl von Besucher möglich war.

Zum 10.00 Uhr Termin waren ca. 18 Teilnehmer geladen,  an dem neben Daniel Buchholz auch der ehemalige Spandauer Bürgermeister Sigurd Hauff sowie der Spandauer Bildjournalist Ralf Salecker gehörte. Dieser Geheime Ort – „Die Schlossbauhütte“  befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen britischen Kaserne „Alexander-Barracks“ am Askanierring in Spandau. In dieser Werkstatt, die früher einmal eine Reparaturhalle für Panzerfahrzeuge war, fertigen und restaurieren Architekten,  Bildhauer und Steinmetze, viele barocke Fassadenelemente des Schlosses nach historischem Vorbild.

Unter fachkundiger Führung, die ca. 1, 5 Std. dauerte,  erhielten wir einen Einblick in die Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses (Humboldtforum).  Die Idee, für das Humboldt-Forum eine Schlossbauhütte einzurichten, stammt von den mittelalterlichen Dombauhütten.  Geleitet vom Baumeister, waren dort Handwerker und Künstler versammelt, die gemeinsam am Bau der Kathedrale arbeiteten. Die Bauhütte stand damals praktischerweise in unmittelbarer Nähe des Bauwerkes. Das ist leider am Schlossplatz in Mitte nicht möglich, denn  die Steinmetzarbeiten seien enorm laut und mit Feinstaubentwicklung verbunden und das ist in unmittelbarer Nachbarschaft zur Museumsinsel einfach nicht  gut und genehmigungsfähig.

Während des Zweiten Weltkrieges  brannte das Berliner Stadtschloss, bei schweren Bombenangriffen auf das Berliner Stadtzentrum am 3. Februar 1945, bis auf den Nordwestflügel völlig aus. Am 23. Juli 1950 gab Walter Ulbricht den Abriss des Schlosses bekannt. Einen Tag nach dem Volkskammerbeschluss, am 7. September 1950 begann die abschnittsweise Sprengung des Schlosses.

Für die Steinmetze, Bildhauer etc. ist es nun eine Herausforderung die vielen Schmuckelemente des ehemaligen Stad Schlosses wieder zu rekonstruieren. Für die Rund 3000 Schmuckelemente müssen etwa 300 verschiedenen Modellen hergestellt werden. Dazu gehören große schwere Einzelstücke, wie z.B. Kapitelle die vom Bild bzw. Foto möglichst detailgetreu nachgearbeitet werden müssen,  aber auch die Figuren an den Portalen oder die Säulenkapitelle, zahlreiche Adler, die die Fensterdächer schmücken und viele kleinere Schmuckelemente in Form von Widderköpfen, Blumenformen oder Blättergirlanden.

Wie beim originalen Stadtschloss ist das Hauptmaterial für diese Objekte Sandstein, wobei  für die Barockfassaden rund 8000 Kubikmetern Naturstein eingeplant sind. Viele Modelle die wir gesehen haben, wurden bereits  als Vorlage, in Gips vorgefertigt, damit die Bildhauer es später in Sandstein hauen können. Wie detailgetreu und  filigran die Bildhauer arbeiten müssen haben wir an Hand einer Darstellung des Federkleides eines Adlers gesehen, ob man dieses aber später noch in ca. 30 Meter Höhe an der späteren  Fassade sehen kann ist fraglich.

Es lagen noch viele original Fassadenteile, welche als Vorlage für Modelle zur Rekonstruktion der Schmuckfassade dienen und  die später teilweise mit in die Fassade integriert werden,  in den Regalen der Schlosshütte. Am Schlossplatz befindet sich jetzt  eine Musterfassade – hier können interessierte sehen wie das Stadtschloss später von außen aussehen wird. Die Musterfassade dient den Bauherren u.a. als Materialtest der unter echten Umweltbedingungen durchgeführt wird.

 

Die Grundsteinlegung soll im Frühjahr 2013 sein und die Eröffnung des Stadtschlosses ist dann für 2019 geplant. Die Führung war sehr informativ und interessant und man hat einen guten Einblick in die Arbeiten zur Entstehung der Schlossfassade bekommen.

 

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