Wünsdorf – Das Haus der Offiziere

 

Am 12. August 2012 führte uns unsere Foto Tour nach Wünsdorf, einem Ortsteil der Stadt Zossen im Landkreis Teltow-Fläming – Brandenburg.

[singlepic id=3199 w=320 h=240 float=left]In Wünsdorf entstanden schon zu Kaiserzeiten Truppenübungsplätze, Kasernen und eine Turnschule. Die dann später von den Nazis übernommen wurden und die den ganzen Komplex zum wichtigsten Nachrichtenzentrum des deutschen Reichs ausbauten.  Nach dem zweiten Weltkrieg,  entstand hier auf dem Gelände der größte sowjetische Militärstandort außerhalb der Sowjetunion.  Bis zu 60.000 Soldaten dienten in riesigen Bunkeranlagen, der verbotenen Stadt und den verschiedenen Kasernen Wünsdorfs.

Die von den Preußen, damals ursprünglich als Turnschule erbauten Gebäuden,  wurden als Sport- und Turnhallen errichtet. Und so gab es einen Fechtsaal, eine Schwimmhalle und sogar eine Reithalle. Die Nazis nutzten das Gelände erst als Heeressportschule für die Ausbildung von Unteroffizieren und später als Lazarett wo ab 1943 verwundeter Soldaten behandelt wurden.

Als die die Russen 1945 den Standort übernahmen änderte sich auch die Nutzung des Geländes.  Aus der damaligen Sportschule wurde für den stationierten Roten Armee,  das bedeutendste Kultur- und Vergnügungszentrum der in der DDR. Es blieb nichts mehr von der einstigen Nutzung,  außer der Schwimmhalle und einigen kleineren Sporträumen erhalten. Die großen Turnhallen wurden zu Konzert- und Kinosälen umgebaut und das ehemalige Offiziersspeisehaus und Kasino ging an die Pioniereinheiten der GSSD  die ihr eigenes Kulturzentrum mit Konzertsaal erhielten.  Aus dem Sportplatz der sich im Hof befand, wurde eine weitläufige Parkanlage, in der sich das bis über die Grenzen der DDR hinaus bekanntes Diorama befindet.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung räumten 1994 die Russen auch diesen Standort und seither steht das schlossähnliche Gelände leer. Es liegt im Dornröschen Schlaf, Staub legte sich über die kaiserlichen Treppenaufgänge und in der Schwimmhalle hängen immer noch  die Wettkampfleinen in den Bahnen und warten auf den Startschuss. Aber sie schwimmen schon lange nicht mehr im Wasser, sondern hängen einsam in der Luft herum. Im großen Theatersaal ist es toten still und wenn man von der Bühne in den großen Saal schaut, kann man vielleicht ein wenig erahnen wie es früher war, als der Saal mit Leben gefüllt war. Auf fünf vor Zwölf steht seit Jahren  die Uhr im Glockenturm des Hauptgebäudes und vom einzigen Glanz ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Auf unserer Fototour entdeckten wir ein einmaliges, verlassenes Relikt der deutschen Geschichte. In einer faszinierenden Atmosphäre und an einem schönen sonnigen Tag erwarteten uns Unvergleichliche Motive.

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